ElektrikFI-SchalterFehlersuche

FI fliegt nur nachts raus — typische Fehlerquellen

FI-Schalter löst nur nachts aus? Temperaturbedingte Effekte, Geräte im Standby und Leckleckhäufungen erklären das.

Inhaltsverzeichnis
💡

Auf einen Blick

Ein FI-Schalter, der nur nachts auslöst, klingt rätselhaft — hat aber erklärbare Ursachen. Kühlere Temperaturen fördern Kondensation in Geräten und Leitungen, Geräte laufen nachts in bestimmten Zyklen, und mehrere kleine Leckströme können sich addieren. Systematisch eingrenzen, welcher Stromkreis betroffen ist.

Warum gerade nachts? Das steckt dahinter

Tagsüber läuft alles problemlos, aber nachts fliegt der FI-Schalter raus und du tappst im Dunkeln — das ist nicht nur lästig, sondern auch verwirrend. Dabei gibt es handfeste physikalische und technische Erklärungen für dieses Phänomen.

Ursache 1: Temperatur sinkt, Kondensation entsteht

Wenn die Außen- und Innentemperatur nachts absinkt, kommt es zu Kondensation — Luftfeuchtigkeit schlägt sich als Wassertröpfchen auf kühlen Oberflächen nieder. Das betrifft auch die Innenseiten von Elektrogeräten und Leitungsrohren.

Besonders anfällig sind:

  • Kabelkanäle oder Leerrohre in kalten Außenwänden oder unbeheizten Kellern
  • Gartengeräte oder Außensteckdosen, die nach einem warmen Tag auskühlen
  • Geräte mit Motoren oder Heizsystemen, in denen sich Kondensat sammelt

Das Kondenswasser schafft einen leitfähigen Pfad und erzeugt genau den Fehlerstrom, auf den der FI reagiert.

Ursache 2: Geräte, die nachts anlaufen

Viele Haushaltsgeräte sind so eingestellt, dass sie nachts aktiv werden:

  • Waschmaschine mit Timer: Startet um 2 Uhr nachts für den günstigeren Nachtstrom — und wenn die Maschine einen Defekt hat, löst der FI genau dann aus.
  • Geschirrspüler: Ebenfalls häufig auf Nachtstunden programmiert.
  • Wärmepumpe oder Klimaanlage: Läuft in bestimmten Nachtphasen, um Temperatur zu halten.
  • Bewässerungssystem: Startet automatisch in der Früh — wenn das Erdkabel feucht ist, gibt's einen Auslöser.

Ursache 3: Der Kühlschrank-Abtauzyklus

Das ist eine der häufigsten Ursachen, die Laien völlig überrascht: Moderne Kühl-Gefrierkombinationen haben automatische Abtauzyklen, die meist nachts stattfinden. Dabei schaltet ein Heizelement ein, das die Verdampferplatte abtaut. Ist dieses Heizelement defekt oder feucht, entsteht ein Fehlerstrom — und der FI löst aus.

Typisches Muster: Der FI fliegt immer zur selben Zeit in der Nacht (z. B. zwischen 2 und 4 Uhr). Das deutet stark auf den Abtauzyklus hin.

Ursache 4: Summenfehler durch mehrere kleine Leckströme

Jedes Elektrogerät hat einen minimal kleinen Leckstrom — das ist technisch normal und unvermeidlich. Ein FI-Schalter der Klasse 30 mA löst aus, wenn der Fehlerstrom 30 Milliampere erreicht. Laufen nachts viele Geräte gleichzeitig (Kühlschrank, Router, diverse Ladegeräte, Stand-by-Geräte), kann sich die Summe der kleinen Leckströme zu einem auslösenden Gesamtfehlerstrom addieren.

Das ist kein einzelner Defekt, sondern ein Kompatibilitätsproblem zwischen der FI-Empfindlichkeit und der Gesamtzahl der Geräte.

⚠️

Im Zweifel: Elektriker rufen

Auch wenn die Eingrenzung selbst möglich ist — die eigentliche Diagnose und Reparatur gehört in Elektriker-Hände. Elektroinstallationen unter Spannung sind lebensgefährlich. Kein Selbstreparaturversuch an Leitungen, Sicherungskästen oder Geräteinnereien.

Systematisch eingrenzen — so gehst du vor

Bevor du einen Elektriker rufst, kannst du die Eingrenzung selbst vornehmen, um Zeit und Kosten zu sparen:

  1. Welcher FI ist betroffen? Im Sicherungskasten gibt es oft mehrere FI-Schalter für verschiedene Bereiche. Notiere, welcher genau auslöst.
  2. Welche Leitungsschutzschalter hängen darunter? Das zeigt dir, welche Räume oder Stromkreise betroffen sind.
  3. Nächste Nacht: Schalte verdächtige Geräte ab. Ziehe das Timer-Gerät (Waschmaschine, Geschirrspüler) aus der Steckdose. Stecke den Kühlschrank auf einen anderen Stromkreis um (nur wenn möglich). Beobachte, ob der FI trotzdem auslöst.
  4. Protokoll führen: Notiere, um welche Uhrzeit der FI auslöst. Wenn es immer zur selben Zeit ist, ist ein Gerät mit Timer die wahrscheinlichste Ursache.
  5. Stromkreise isoliert testen: Wenn du weißt, welcher Leitungsschutzschalter betroffen ist, lass nachts alles auf diesem Stromkreis ohne Verbraucher laufen. Löst der FI dann nicht aus, liegt das Problem bei einem der Geräte.

Fazit

Ein FI-Schalter, der nur nachts auslöst, hat eine erklärbare Ursache — meistens ein Gerät im Nacht-Zyklus, Kondensation oder ein Summenfehler. Systematisch eingrenzen, Befund notieren und dann den Elektriker gezielt einsetzen. Das spart Zeit und Geld.