FI-Schalter löst bei Regen aus — mögliche Ursachen
FI-Schalter fliegt nur bei Regen oder Feuchtigkeit raus? Feuchtigkeitseintritt in Außensteckdosen oder Leitungen.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
Wenn der FI-Schalter nur bei Regen oder nach feuchtem Wetter auslöst, deutet das fast immer auf Feuchtigkeit in der Elektroinstallation hin — besonders bei Außensteckdosen, Gartenbeleuchtung oder Erdkabeln. Den Fehler systematisch eingrenzen hilft dem Elektriker, schnell die Ursache zu finden.
Warum löst der FI-Schalter überhaupt aus?
Der FI-Schalter (Fehlerstromschutzschalter) überwacht, ob der Strom, der in einem Stromkreis hineingeht, auch wieder zurückkommt. Wenn ein Teil des Stroms einen anderen Weg nimmt — etwa über einen Wasserpfad zur Erde — registriert der FI-Schalter diesen "Fehlerstrom" und schaltet sofort ab. Das ist Schutz, der funktioniert.
Wenn dieser Auslöser nur bei Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit passiert, ist der Zusammenhang klar: Wasser schafft einen leitfähigen Pfad, den es sonst nicht gibt.
Die häufigsten Ursachen bei Regen-bedingtem FI-Auslösen
Feuchtigkeitseintritt in Außensteckdosen
Außensteckdosen müssen nach IP44 (spritzwassergeschützt) oder besser abgedichtet sein. Dichtungen altern, Deckel schließen nicht mehr richtig, oder die Dose wurde nicht fachgerecht eingebaut. Bei Regen dringt Wasser ein, bildet einen leitfähigen Film und der FI löst aus.
Prüfe: Sind alle Außensteckdosen mit geschlossenem, dichtem Deckel versehen? Sind die Dichtungen noch intakt?
Feuchte Kabelverbindungen in Erdkabeln
Erdkabel (z. B. für Gartenbeleuchtung, Teichpumpe oder Terrassensteckdose) können durch mechanische Beschädigung, falsche Verlegungstiefe oder defekte Verbindungsmuffen Wasser aufnehmen. Bei Regen steigt das Grundwasser kurzfristig, oder Regenwasser sickert bis zur Kabeltiefe.
Defekte Dichtungen an Außensteckdosen
Die Gummidichtung zwischen Deckel und Dose verhärtet über die Jahre und dichtet nicht mehr ab. Das ist ein typisches Problem bei Außensteckdosen, die älter als 10–15 Jahre sind. Tausch der Dichtung oder der gesamten Außensteckdose ist vergleichsweise günstig — aber Elektriker-Arbeit.
Feuchte Kabelkanäle oder Kabeleinführungen
Wo Kabel in das Gebäude eingeführt werden (etwa durch die Hauswand für eine Außensteckdose oder Gartenbeleuchtung), muss die Einführung abgedichtet sein. Fehlt diese Abdichtung oder ist sie undicht, kann Regenwasser entlang des Kabelmantels ins Gebäude laufen und dort Kriechströme erzeugen.
Geräte im Freien mit Feuchtigkeitsproblem
Mähroboter, Tauchpumpen, Teichpumpen, Außenleuchten — all diese Geräte sind ständig der Witterung ausgesetzt. Alternde Dichtungen, beschädigte Kabel oder Kondenswasser im Gehäuse können bei Regen zum FI-Auslöser werden.
Systematische Eingrenzung: Welcher Stromkreis ist schuld?
Um den Elektriker zu unterstützen (und Kosten zu sparen), lohnt sich eine systematische Eingrenzung:
- Beobachten: Löst der FI-Schalter für alle Stromkreise aus, oder nur ein bestimmter? Schau dir an, welche Leitungsschutzschalter unter dem FI-Schalter hängen.
- Außensteckdosen trennen: Ziehe bei nächstem Regen alle Stecker aus den Außensteckdosen und trenne alle Gartengeräte. Löst der FI dann nicht aus, liegt das Problem bei einem Außengerät oder der Außensteckdose selbst.
- Gartenbeleuchtung ausschalten: Wenn möglich, die Gartenbeleuchtung am Sicherungskasten deaktivieren. Löst der FI dann nicht aus, ist die Beleuchtung verdächtig.
- Protokoll führen: Notiere Datum, Uhrzeit, Wetterbedingungen und welcher FI-Schalter ausgelöst hat. Das hilft dem Elektriker bei der Diagnose.
Im Zweifel: Elektriker rufen
Kabelverbindungen in der Erde oder feuchte Außeninstallationen sind kein Fall für Laien. Feuchtigkeit in der Elektroinstallation kann zu Kriechströmen, Korrosion und letztlich zu Kurzschlüssen führen. Lass die Installation von einem konzessionierten Elektriker prüfen — besonders bei Erdkabeln, die aufgegraben werden müssen.
Was ein Elektriker bei der Prüfung macht
Ein Elektriker kann den Isolationswiderstand der einzelnen Leitungen messen. Mit diesem Messgerät lässt sich feststellen, welche Leitung feucht oder beschädigt ist — ohne die gesamte Anlage auseinanderzubauen. Das ist der schnellste Weg zur Ursache.
Fazit
FI-Schalter bei Regen = Feuchtigkeit in der Außeninstallation. Eingrenzen, welcher Stromkreis betroffen ist, alle Außengeräte trennen und den Befund an den Elektriker weitergeben. Der Rest ist Facharbeit.