Steckdose stinkt nach verbrannt — Symptome & Sofortmaßnahmen
Brandgeruch an der Steckdose ist ein Notfall. Sofortmaßnahmen, Ursachen und warum du nie weiter machen solltest.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
Brandgeruch an einer Steckdose ist ein Notfall — kein "abwarten und beobachten". Stecker sofort herausziehen, Sicherung abschalten, Steckdose nicht mehr verwenden und einen Elektriker rufen. Hinter dem verbrannten Geruch steckt oft ein Lichtbogen, der im Verborgenen weiterglimmt.
Sofortmaßnahme: Steckdose nicht weiter benutzen!
Brandgeruch aus einer Steckdose ist ein Notfall. Stecker sofort herausziehen, die betroffene Sicherung im Kasten abschalten und die Steckdose bis zur Prüfung durch einen konzessionierten Elektriker sperren. Elektroinstallationen unter Spannung sind lebensgefährlich — kein Selbstreparaturversuch.
Sofortmaßnahmen — Schritt für Schritt
- Stecker herausziehen: Alle Geräte sofort aus der Steckdose entfernen. Siehst du dabei Funken: lass es und geh direkt zum Sicherungskasten.
- Sicherung abschalten: Den Leitungsschutzschalter für den betroffenen Stromkreis im Sicherungskasten ausschalten. Im Zweifel den FI-Schalter oder Hauptschalter.
- Nicht weiter benutzen: Die Steckdose bleibt außer Betrieb — auch wenn der Geruch nachlässt.
- Elektriker rufen: Noch am selben Tag. Erkläre dem Elektriker, was du gerochen hast und ob Rußspuren sichtbar sind.
- Im Zweifelsfall Feuerwehr: Wenn der Geruch stark ist, du Rauch siehst oder die Wand warm wird: Feuerwehr unter 122 rufen.
Warum stinkt eine Steckdose nach verbrannt?
Lichtbogenbildung
Ein Lichtbogen entsteht, wenn Strom durch einen Luftspalt springt. Das passiert bei lockeren Kontakten oder beschädigten Leitungen. Lichtbögen verbrennen das Isoliermaterial der Kabel und hinterlassen einen charakteristischen Geruch nach verbranntem Plastik. Sie können auch aufhören, bevor der FI-Schalter auslöst — und trotzdem bereits Schäden hinterlassen haben.
Überlastung
Zu viele leistungsstarke Geräte auf einem Stromkreis erhitzen die Leitungen und Kontakte. Wenn die Temperatur hoch genug wird, beginnt das Isoliermaterial zu schmelzen oder zu schwelen — das riecht verbrannt, auch wenn noch kein offenes Feuer entsteht.
Schlechter Kontakt
Oxidierte oder lockere Kontakte erzeugen einen Übergangswiderstand. Dieser Widerstand erzeugt Wärme genau an der Kontaktstelle. Über Zeit schwelt das umliegende Material und gibt Geruch ab.
Beschädigte Kabelisolierung
Wenn die Isolierung eines Kabels mechanisch beschädigt wurde (etwa durch Nageln oder Bohren in die Wand) oder durch Hitze spröde geworden ist, kann der blanke Leiter Kontakt zu anderen Materialien bekommen. Der Geruch kommt dann von der schwelenden Isolierung.
Rußspuren — ein eindeutiger Beweis
Wenn du dunkle Rußspuren auf dem Steckdosenrahmen oder um die Steckdöse herum siehst, ist das der Beweis, dass bereits ein Lichtbogen stattgefunden hat. Rußspuren bedeuten: hier hat es bereits gebrannt, auch wenn nur kurz. Das ist kein Schönheitsproblem — die Steckdose muss ausgetauscht und die Leitung geprüft werden.
Was hinter der Wand passiert sein könnte
Was an der Steckdose riecht, muss nicht zwingend dort entstanden sein. Kabel verlaufen hinter der Wand oft über mehrere Meter. Ein Defekt weiter hinten in der Leitung kann den Geruch in die sichtbare Steckdose transportieren. Das macht Brandgeruch an Steckdosen besonders heimtückisch: Der eigentliche Brandherd kann unsichtbar hinter der Wand liegen. Nur ein Elektriker mit den richtigen Werkzeugen kann das prüfen.
Fazit
Brandgeruch an einer Steckdose ist niemals ein harmloses Zeichen. Sofortmaßnahmen umsetzen, Elektriker rufen und die Steckdose bis zur Freigabe sperren. Elektrik, die bereits zu brennen begonnen hat, repariert sich nicht von selbst.