Steckdose wird warm — sofort handeln!
Eine warme Steckdose ist ein ernstes Warnsignal. Überlastung oder lockere Klemmen können zur Brandgefahr werden — so erkennst du das Problem und was jetzt zu tun ist.
Inhaltsverzeichnis
Achtung: Brandgefahr
Eine warme oder heiße Steckdose ist ein ernstes Sicherheitsproblem. Trenne sofort alle angesteckten Geräte und schalte die betroffene Sicherung im Kasten ab. Benutze die Steckdose nicht mehr, bis ein Elektriker sie geprüft hat.
Warum wird eine Steckdose warm?
Eine Steckdose sollte im Betrieb nicht spürbar warm werden. Wärme entsteht dort, wo elektrischer Strom auf Widerstand trifft — und das bedeutet in einer Steckdose immer: irgendetwas stimmt nicht.
Die zwei häufigsten Ursachen:
- Überlastung: Zu viele leistungsstarke Geräte auf einer Steckdose oder Mehrfachsteckdose — der Strom fließt durch Leitungen, die nicht dafür ausgelegt sind.
- Lockere Klemmen: Im Inneren der Steckdose sitzen Kontaktklemmen, die die Adern des Stromkabels halten. Lockere Klemmen erzeugen einen Übergangswiderstand — dieser erhitzt sich.
Sofortmaßnahmen
- Geräte ausstecken — Alle angesteckten Geräte sofort aus der Steckdose ziehen.
- Sicherung abschalten — Den zugehörigen Leitungsschutzschalter im Sicherungskasten ausschalten. Falls du nicht weißt, welcher es ist: alle Geräte aus dem Raum ausstecken und den FI-Schalter prüfen.
- Steckdose abkühlen lassen — Nicht weiterbenutzen.
- Elektriker beauftragen — Die Steckdose muss von einer Fachkraft geöffnet und geprüft werden. Wenn Klemmen locker sind oder Schmauchspuren sichtbar sind, muss die Steckdose ausgetauscht werden.
Was du NICHT tun solltest
- Die Steckdose selbst öffnen — Arbeiten an 230-V-Steckdosen dürfen in Österreich nur von konzessionierten Elektrikern durchgeführt werden.
- Die Steckdose "nur kurz" weiterverwenden — eine überhitzte Klemme kann sich jederzeit entzünden, auch ohne Gerät darin.
- Das Problem ignorieren, weil die Sicherung nicht geflogen ist — Überhitzung führt nicht immer sofort zum Kurzschluss.
Wie erkennst du Überlastung vs. defekte Klemme?
Überlastung: Die Steckdose wird warm, wenn viele oder leistungsstarke Geräte angesteckt sind. Sie kühlt ab, wenn weniger Geräte laufen. Abhilfe: Geräte auf verschiedene Stromkreise verteilen.
Defekte Klemme: Die Steckdose wird auch warm, wenn nur ein Gerät angesteckt ist, oder ist schon beim Einstecken warm. Oft riecht es leicht verbrannt oder nach Plastik. Das erkennt nur ein Elektriker nach dem Öffnen.
Wann zum Elektriker?
Immer. Eine warme Steckdose ist kein Fall für DIY. Laut der österreichischen Elektrotechnik-Schutzmaßnahmenverordnung (ETV) dürfen Arbeiten an der festen Hausinstallation nur von konzessionierten Elektrotechnikern ausgeführt werden. Das gilt auch für den Steckdosentausch.
Fazit
Warme Steckdose = Elektriker anrufen. Vorher: Geräte ausstecken, Sicherung abschalten, Steckdose nicht mehr verwenden. Nicht abwarten.