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Heizkörper entlüften — Schritt für Schritt erklärt

Glucksende Geräusche, oben kalt und unten warm — Luft im Heizkörper ist das Problem. So entlüftest du richtig, sicher und ohne Sauerei.

Inhaltsverzeichnis
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Das brauchst du

Einen Heizkörperschlüssel (Entlüftungsschlüssel, ca. 1–2 € im Baumarkt) oder einen Schraubenzieher, ein Tuch und eine kleine Schüssel. Das wars.

Wie erkenne ich, dass Luft im Heizkörper ist?

Die typischen Anzeichen: Der Heizkörper ist oben kalt, unten aber warm — denn Wasser ist schwerer als Luft und sammelt sich unten. Außerdem können glucksende, plätschernde oder rauschende Geräusche aus dem Heizkörper kommen, besonders wenn die Heizung gerade anläuft. Luft im System reduziert die Heizleistung spürbar und erhöht den Energieverbrauch.

Wann entlüften?

Idealerweise am Beginn der Heizsaison — also im Herbst, wenn du die Heizung das erste Mal wieder einschaltest. Außerdem nach jedem Eingriff in die Heizungsanlage (Ventil tauschen, Wasserdruck nachfüllen) und immer dann, wenn du die oben beschriebenen Symptome bemerkst.

Schritt für Schritt: Heizkörper entlüften

  1. Heizung aufdrehen und aufheizen lassen. Der Heizkörper sollte warm sein, damit du weißt, ob die Entlüftung funktioniert hat. Umwälzpumpe sollte laufen.
  2. Thermostat danach auf Null stellen. Kurz vor dem Entlüften den Thermostat schließen — so fließt kein neues Wasser nach, während du arbeitest.
  3. Entlüftungsventil lokalisieren. Es sitzt an der Seite des Heizkörpers oben — ein kleines Vierkant- oder Schlitzventil. Genau dort, wo die Luft sitzt.
  4. Tuch und Schüssel bereithalten. Unter das Ventil halten — es können einige Spritzer kommen.
  5. Ventil langsam öffnen. Entlüftungsschlüssel aufsetzen und gegen den Uhrzeigersinn drehen — nur wenig, eine Viertelumdrehung reicht. Du hörst sofort ein Zischen: Das ist die Luft, die entweicht.
  6. Warten, bis Wasser kommt. Sobald statt Luft Wasser heraustritt (gleichmäßig, ohne Blubbern), ist die Luft raus. Ventil sofort wieder schließen — im Uhrzeigersinn, fest aber nicht übermäßig stark anziehen.
  7. Thermostat wieder aufdrehen und prüfen, ob der Heizkörper jetzt gleichmäßig warm wird.
  8. Wasserdruck an der Therme prüfen. Nach dem Entlüften sinkt der Druck etwas — er sollte noch zwischen 1,5 und 2,0 bar liegen. Falls nicht: Wasser nachfüllen (Füllhahn an der Therme).
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Vorsicht: Heißes Wasser

Das austretende Wasser kann sehr heiß sein. Tuch schützend halten und langsam öffnen — nie das Ventil ganz herausdrehen, sonst schießt Wasser unkontrolliert heraus.

Mehrere Heizkörper entlüften — in welcher Reihenfolge?

Wenn du mehrere Heizkörper entlüften musst, immer unten anfangen und nach oben arbeiten (bei mehrgeschossigen Gebäuden: erstes Stockwerk zuerst, dann zweites usw.). Innerhalb einer Etage: weiter entfernte Heizkörper zuerst, dann näher am Heizungsverteiler. So vermeidest du, dass sich die Luft beim Entlüften wieder verteilt.

Was tun, wenn immer wieder Luft entsteht?

Wenn Heizkörper regelmäßig — also jede Saison mehrmals — entlüftet werden müssen, deutet das auf ein größeres Problem hin: Korrosion in den Leitungen erzeugt Korrosionsgase, ein kleines Leck lässt Luft eintreten, oder der Systemdruck ist dauerhaft zu niedrig. In diesem Fall sollte ein Heizungsbauer die Anlage prüfen.

Fazit

Heizkörper entlüften ist eine der einfachsten Heizungswartungen, die man selbst durchführen kann — 5 Minuten pro Heizkörper, minimales Werkzeug, maximale Wirkung. Einmal pro Heizsaison als Routine eingeplant, spart Energie und verhindert ungleichmäßige Wärmeverteilung.