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Luftfeuchtigkeit zu hoch — Schimmel aktiv verhindern

Zu hohe Luftfeuchtigkeit (über 60 %) begünstigt Schimmel. So misst du sie richtig, senkst sie durch gezieltes Lüften und entscheidest, wann ein Luftentfeuchter nötig ist.

Inhaltsverzeichnis
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Auf einen Blick

Die ideale Raumluftfeuchtigkeit liegt bei 40–60 %. Ist sie dauerhaft höher, droht Schimmel. Stoßlüften (3–4 Mal täglich, 5 Minuten, Fenster weit öffnen) senkt die Feuchtigkeit am effektivsten.

Warum ist hohe Luftfeuchtigkeit ein Problem?

Schimmelpilze brauchen Feuchtigkeit zum Wachsen. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit über 60–65 % beginnen sie zu gedeihen — besonders an kälteren Stellen wie Außenwänden, Zimmerecken und hinter Möbeln. Ab 70 % relativer Feuchte ist Schimmelwachstum nahezu unvermeidlich.

Hohe Luftfeuchtigkeit schadet auch Holzmöbeln (Quellen), Elektronik (Korrosion) und dem allgemeinen Wohlbefinden (muffiger Geruch, Atemwegsprobleme).

Luftfeuchtigkeit messen

Ein Hygrometer (digitales Thermometer-Hygrometer, ab ca. 10 Euro im Handel) zeigt Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit an. Immer an verschiedenen Stellen im Raum messen — besonders an kalten Wänden kann die lokale Feuchtigkeit höher sein als in der Raummitte.

Richtwerte:

  • Unter 40 %: zu trocken (Haut, Schleimhäute, Holzmöbel leiden)
  • 40–60 %: ideal
  • Über 60 %: zu feucht, Schimmelgefahr steigt
  • Über 70 %: dringend Maßnahmen ergreifen

Lüften: Stoßlüften ist effektiver als Dauerlüften

Das häufigste Missverständnis: Fenster auf Kipp lassen reduziert die Feuchtigkeit nicht effektiv, sondern kühlt die Wände aus — und macht Schimmel dadurch schlimmer.

Richtig lüften:

  • Fenster komplett öffnen — Am besten gegenüberliegende Fenster, damit ein Durchzug entsteht.
  • 5 Minuten reichen — In dieser Zeit wird die gesamte feuchte Innenluft mit trockener Außenluft ausgetauscht.
  • 3–4 Mal täglich — Morgens nach dem Aufstehen, nach dem Duschen, nach dem Kochen und abends.
  • Nach dem Schlafen besonders wichtig — Zwei schlafende Personen geben pro Nacht 1–2 Liter Feuchtigkeit ab.

Quellen von Feuchtigkeit im Haushalt

  • Kochen ohne Dunstabzug
  • Duschen (Badezimmer 5 Minuten nach dem Duschen lüften)
  • Wäsche trocknen im Innenraum
  • Zimmerpflanzen (besonders viele Pflanzen)
  • Aquarien oder Terrarien
  • Undichte Rohre oder Keller-Feuchtigkeit

Luftentfeuchter

Wenn Lüften nicht ausreicht (z.B. im Keller, in sehr feuchten Räumen oder im Winter wenn Lüften schwer ist), ist ein Luftentfeuchter sinnvoll. Geräte mit Kondenstechnologie (nicht Adsorption) sind für Wohnräume über 15 °C geeignet.

Wann zum Fachmann?

Wenn die Luftfeuchtigkeit trotz konsequentem Lüften dauerhaft hoch bleibt, liegt möglicherweise eine bauliche Ursache vor: aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Keller, undichte Rohre oder mangelnde Dämmung. Ein Bausachverständiger kann das prüfen.

Fazit

Hygrometer kaufen, Wert prüfen. Über 60 %: Stoßlüften 3–4 Mal täglich 5 Minuten. Feuchtigkeitsquellen reduzieren. Das reicht in den meisten Fällen, um Schimmel dauerhaft zu verhindern.