Backofen reinigen — eingebranntes Fett effektiv entfernen
Eingebranntes Fett, hartnäckige Flecken und angebackene Speisereste im Backofen loswerden — mit Hausmitteln, Spezialreinigern oder der Pyrolyse-Funktion.
Inhaltsverzeichnis
Tipp für zwischendurch
Frische Spritzer direkt nach dem Abkühlen mit einem feuchten Tuch abwischen — das spart intensive Reinigungsaktionen. Eingebranntes Fett ist zehnmal schwerer zu entfernen als frisches.
Methode 1: Hausmittel — Natron & Essig
Die günstigste und umweltfreundlichste Methode. Funktioniert bei mittleren bis starken Verschmutzungen sehr gut, braucht aber etwas Einwirkzeit.
- Ofen kalt und Strom getrennt lassen.
- Alle herausnehmbaren Teile (Roste, Backbleche, Seiteneinschübe) herausnehmen und separat im Spülbecken einweichen.
- Backofenboden, Wände und Decke großzügig mit einer Paste aus Natron und etwas Wasser einreiben — auf hartnäckige Stellen besonders dick auftragen.
- Ein bis zwei Stunden, besser über Nacht einwirken lassen.
- Paste mit einem feuchten Schwamm oder Tuch abwischen. Wo nötig mit einem Kunststoffschaber nachhelfen — kein Metall, das kratzt die Emaille.
- Restliches Natron mit Essigwasser abwischen — das schäumt kurz (Neutralisationsreaktion), löst Rückstände und hinterlässt eine saubere Oberfläche.
- Mit klarem Wasser nachwischen.
Methode 2: Spezialreiniger
Produkte wie Backofen-Spray von Oven Pride, W5 oder Dr. Beckmann enthalten starke Laugen (Natriumhydroxid), die Fett chemisch zersetzen. Sie wirken schneller als Hausmittel, erfordern aber Vorsicht.
- Immer Gummihandschuhe und gute Belüftung — die Dämpfe sind aggressiv.
- Nicht auf Heizelemente, Lüftungsschlitze oder die Lampenabdeckung sprühen.
- Einwirkzeit laut Packungsanleitung (meist 30–60 Minuten).
- Gründlich abwischen und mehrfach mit klarem Wasser nachwischen — Rückstände verbrennen beim nächsten Einheizen und stinken.
Methode 3: Pyrolyse (Selbstreinigung)
Viele moderne Backöfen haben eine Pyrolyse-Funktion. Der Ofen erhitzt sich dabei auf 450–500 °C — alle Fett- und Speisereste verbrennen vollständig zu einer dünnen Ascheschicht, die du danach einfach mit einem feuchten Tuch abwischst.
Vorteile: Kein Schrubben, kein Reinigungsmittel, kein Aufwand. Nachteile: Dauert 2–3 Stunden, verbraucht viel Strom, erzeugt starke Gerüche (Fenster auf, Kinder und Tiere raus aus der Küche) und funktioniert nicht mit Zubehör im Ofen — Roste und Bleche vorher herausnehmen.
Tipp: Pyrolyse nicht bei starker Verschmutzung mit Fleischsaft oder sehr viel Fett starten — erst grobe Rückstände mit einem Spatel entfernen, dann Pyrolyse. Sonst entsteht zu viel Rauch.
Backbleche und Roste reinigen
Im Spülbecken einweichen mit heißem Wasser und einem guten Schuss Spülmittel — mindestens 30 Minuten, besser über Nacht. Danach mit einem Topfreiniger schrubben. Bei sehr eingebrannten Resten: Natronpaste auftragen, einwirken lassen, dann schrubben. Backbleche auf keinen Fall in die Spülmaschine — viele verziehen sich durch die Temperaturschwankungen.
Backofen-Tür reinigen
Die Türscheibe von innen mit Natronpaste oder Backofenreiniger behandeln. Viele Backofen-Türen lassen sich ausgehängen und legen — lies dazu die Bedienungsanleitung. Zwischen den Glasscheiben verschmutztes Glas ist aufwendiger: hier muss die Tür teilweise demontiert werden, dazu gibt es für viele Modelle Anleitungen auf YouTube.
Fazit
Für regelmäßige Pflege reichen Natron und Essig vollkommen aus. Wer wenig Zeit hat, greift zu Spezialreiniger. Pyrolyse ist die bequemste Methode — wenn der Ofen sie hat. Und das Wichtigste: Nicht zu lange warten, dann bleibt der Aufwand überschaubar.