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Wasserfilter im Kaffeevollautomaten — lohnt er sich wirklich?

Integrierter Wasserfilter: sinnvolle Investition oder Marketing? Was er wirklich leistet und worauf du achten musst.

Inhaltsverzeichnis
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Auf einen Blick

Ein Wasserfilter im Kaffeevollautomaten lohnt sich vor allem bei hartem Wasser (über 14°dH). Er reduziert Kalk, Chlor und teilweise Schwermetalle — und schützt so den Automaten und verbessert den Geschmack. Wichtig: Filter regelmäßig wechseln, sonst wird er selbst zur Bakterienquelle.

Was macht der Wasserfilter?

Die meisten integrierten Wasserfilter in Kaffeevollautomaten arbeiten mit Aktivkohle und einem Ionentauscher. Sie reduzieren:

  • Kalk (Kalzium- und Magnesiumsalze): Weniger Kalk bedeutet weniger Ablagerungen im Gerät und selteneres Entkalken.
  • Chlor: Chloriertes Wasser kann den Kaffeegeschmack deutlich beeinflussen. Der Filter bindet Chlor und dessen Verbindungen.
  • Schwermetalle: In geringem Maße werden auch Kupfer, Blei und ähnliche Substanzen aus alten Wasserleitungen gefiltert.
  • Geruchs- und Geschmacksstoffe: Aktivkohle bindet verschiedene organische Verbindungen, die Geschmack und Geruch des Wassers beeinflussen.

Was der Filter nicht kann: Bakterien oder Viren entfernen, chemische Verunreinigungen aus der Industrie vollständig herausfiltern oder das Wasser komplett enthärten.

Lohnt er sich? — Das hängt von der Wasserhärte ab

In Österreich ist die Wasserhärte regional sehr unterschiedlich. Wien hat beispielsweise sehr weiches Wasser (unter 7°dH), während manche Gebiete in Niederösterreich oder der Steiermark deutlich härteres Wasser haben.

Bei hartem Wasser (über 14°dH)

Hier macht ein Wasserfilter klaren Sinn. Das Gerät muss seltener entkalkt werden, die Pumpe wird geschont und der Kaffee schmeckt besser. Die Filterkosten (etwa 5–15 Euro pro Stück) amortisieren sich schnell durch seltenere Entkalkungs-Tabs und weniger Verschleiß.

Bei weichem Wasser (unter 7°dH)

Bei sehr weichem Wasser ist der Nutzen des Filters deutlich geringer. Kalk ist kaum ein Problem, und Chlor ist bei gutem Wiener Leitungswasser kein Thema. In diesem Fall kann auf den Filter verzichtet werden — oder es reicht ein einfacherer Kannenfilter.

Bei mittelharter Wasserhärte (7–14°dH)

Hier lohnt der Filter vor allem wegen des Geschmacks. Wer qualitätsbewusst Kaffee trinkt, wird den Unterschied im Aroma bemerken.

Wasserhärte herausfinden

Die meisten Kaffeevollautomaten liefern Teststreifen zur Wasserhärtebestimmung mit. Einfach den Streifen ins Wasserglas tauchen, Farbe ablesen und mit der Skala vergleichen. Alternativ lässt sich die Wasserhärte beim örtlichen Wasserversorger erfragen — oder online über die Website der Gemeinde oder Stadtwerke nachschlagen.

Filterwechsel ist entscheidend

Das ist der wichtigste Punkt, den viele unterschätzen: Ein abgelaufener Wasserfilter ist nicht neutral — er kann aktiv schaden. Wenn die Aktivkohle gesättigt ist, gibt der Filter die gebundenen Stoffe wieder ab. Schlimmer noch: Ein feuchter, alter Filter ist ein idealer Nährboden für Bakterien.

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Filter rechtzeitig wechseln!

Einen überfälligen Wasserfilter im Gerät zu belassen ist schlechter als gar keinen Filter zu verwenden. Wechselintervall beachten — meist alle 4–8 Wochen oder nach einer bestimmten Anzahl von Litern laut Herstellerangabe.

Kosten-Nutzen-Rechnung

Ein Filter kostet im Schnitt 8–12 Euro und hält etwa 4–8 Wochen. Das ergibt Jahreskosten von rund 50–100 Euro, je nach Nutzungsintensität. Dem gegenüber stehen:

  • Weniger Entkalkungs-Tabs (4–6 Euro pro Stück, mehrmals jährlich)
  • Geringerer Verschleiß an Pumpe und Dichtungen durch weniger Kalk
  • Besserer Kaffeegeschmack
  • Längere Lebensdauer des Geräts bei hartem Wasser

Bei hartem Wasser und einem hochwertigen Automaten (ab 500 Euro Anschaffungspreis) ist der Filter eine sinnvolle Investition. Bei weichem Wasser oder günstigeren Einsteigergeräten ist er eher optional.

Fazit

Der Wasserfilter ist kein reines Marketingprodukt — bei hartem Wasser leistet er echten Mehrwert für Gerät und Kaffeegeschmack. Entscheidend ist aber, dass er regelmäßig gewechselt wird. Ein vergessener, veralteter Filter schadet mehr als er nützt.