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Wasserkocher: braune Flecken innen — Rost oder Kalk?

Braune oder orangefarbene Flecken im Wasserkocher? So unterscheidest du Rost von Kalk und was du tun kannst.

Inhaltsverzeichnis
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Auf einen Blick

Braune Flecken im Wasserkocher müssen kein Rost sein — oft sind es mineralhaltige Kalkablagerungen, die durch Eisen im Leitungswasser eine bräunliche Farbe bekommen. Echter Rost hat einen metallischen Geruch und ist ein Sicherheitsproblem. Zitronensäure hilft bei beiden — aber nur Rost rechtfertigt den Austausch.

Kalk oder Rost? So erkennst du den Unterschied

Kalkablagerungen

Normaler Kalk ist weiß oder hellgrau. Er bildet sich auf der Heizplatte und an den Innenwänden als körnige, raue Schicht. Wenn Kalk bräunlich oder orange erscheint, liegt das meist an Mineralien im Leitungswasser — besonders an Eisen, das in österreichischen Leitungswässern in unterschiedlichen Mengen vorkommt.

Eigenschaften bräunlicher Kalkablagerungen:

  • Schicht oder Kruste, die leicht abblättert oder sich abreiben lässt
  • Kein metallischer Geruch
  • Lässt sich mit Zitronensäure vollständig auflösen
  • Sitzt vor allem auf der Heizplatte und am Boden des Kochers

Echter Rost

Rost entsteht, wenn das Metall korrodiert — also wenn Eisen mit Wasser und Sauerstoff reagiert. Bei Edelstahlkochern passiert das nur, wenn die schützende Oberfläche beschädigt wurde (Kratzer, Schläge, Reinigung mit Metallschwämmen).

Eigenschaften von echtem Rost:

  • Orangeroter Fleck, der tiefer in das Material eindringt
  • Metallischer, leicht unangenehmer Geruch
  • Lässt sich nicht vollständig mit Zitronensäure entfernen — bleibt als Delle oder Verfärbung im Metall zurück
  • Entsteht oft an Kratzern oder Beschädigungen der Edelstahloberfläche

Eisengehalt im Leitungswasser

In manchen Regionen enthält das Leitungswasser erhöhte Mengen an Eisen — besonders in Gebieten mit alten Leitungsnetzen. Dieses Eisen oxidiert beim Erhitzen und hinterlässt bräunliche bis rötliche Ablagerungen im Kocher, die wie Rost aussehen, aber harmlos sind.

Der einfachste Test: Ein weißes Papiertuch auf den Fleck legen und leicht andrücken. Wenn die Farbe abfärbt und metallisch riecht, deutet das auf Rost hin. Wenn sich eine körnige Schicht ablöst, ist es Kalk mit Eisenanteil.

Reinigung mit Zitronensäure

Zitronensäure ist das richtige Mittel für beide Probleme — Kalk mit Eisenanteil lässt sich vollständig entfernen, leichte Rostflecken zumindest reduzieren:

  1. 2 Esslöffel Zitronensäurepulver in 500 ml Wasser auflösen.
  2. In den Wasserkocher füllen und aufkochen.
  3. 30 Minuten stehen lassen.
  4. Ausgießen und Innenfläche mit einem weichen Tuch nachreiben.
  5. Zweimal mit reinem Wasser nachspülen und aufkochen.

Wenn die Flecken danach verschwunden sind, war es Kalk — kein weiteres Problem. Wenn dunklere Stellen zurückbleiben, bei denen das Metall verändert wirkt, handelt es sich um Rost.

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Keine Metallschwämme verwenden

Metallschwämme oder -bürsten beschädigen die Schutzschicht von Edelstahl und fördern so die Rostbildung. Nur weiche Tücher oder Schwämme ohne Schleifwirkung für die Innenreinigung verwenden.

Edelstahlkocher und Rost — wann ist er ein Problem?

Edelstahl rostet nicht durch oxidative Korrosion wie normaler Stahl — er hat eine natürliche Chromoxidschicht, die ihn schützt. Diese Schicht kann aber durch mechanische Beschädigung (Kratzer) oder aggressive Reinigungsmittel zerstört werden. Dann kann Rost entstehen — oft als kleine, punktförmige Flecken (Lochfraß).

Lochfraß-Rost bei Edelstahl ist ein ernst zu nehmendes Zeichen: Das Material verliert zunehmend seine Integrität. Solange die Rostflecken oberfläch sind und der Kocher innen noch glatt ist, ist die Nutzung noch vertretbar. Wenn sich Löcher oder tiefe Narben zeigen — sofort ersetzen.

Wann den Kocher ersetzen?

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Rostflecken als Sicherheitszeichen

Echter Rost im Wasserkocher ist ein Sicherheitszeichen: Rostpartikel können ins Wasser gelangen und den Geschmack beeinflussen. Bei sichtbaren Rostflecken, die sich nicht entfernen lassen, sollte das Gerät ersetzt werden — besonders wenn der Rost tief ins Material eingedrungen ist.

Prävention

  • Wasserkocher regelmäßig entkalken (alle 4–8 Wochen).
  • Nach Gebrauch kein Restwasser stehen lassen — Kocher leeren und trocknen lassen.
  • Nur weiche Reinigungsmittel und Tücher verwenden.
  • Bei hohem Eisengehalt im Wasser: Kannenfilter verwenden.
  • Kocher nicht fallen lassen oder stoßen — Beulen können die Edelstahloberfläche verletzen.

Zusammenfassung

  • Braune Flecken sind meistens eisenhaltiger Kalk — harmlos und mit Zitronensäure entfernbar.
  • Echter Rost: oranger Fleck mit metallischem Geruch, bleibt nach Zitronensäure-Behandlung.
  • Zitronensäure: 30 Minuten einwirken lassen, nachspülen.
  • Metallschwämme vermeiden — beschädigen den Edelstahl.
  • Bei tiefem Rost: Kocher ersetzen.