Wasserkocher riecht nach Plastik — was hilft wirklich
Wasser schmeckt nach Plastik aus dem neuen Wasserkocher? Diese Methoden helfen wirklich gegen den Geruch.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
Plastikgeruch aus einem neuen Wasserkocher ist normal und kein Defekt. Die ersten 3–5 Kochvorgänge verwerfen, dann mit Zitronensäure behandeln. Hält der Geruch nach einer Woche noch an, ist Umtausch berechtigt.
Der Plastikgeruch bei neuen Geräten ist normal
Bei fast allen neuen Wasserkochern, die Kunststoffteile im Inneren haben, ist ein leichter Plastikgeruch in den ersten Kochvorgängen völlig normal. Die Kunststoffkomponenten — Deckel, Innenverkleidung, Filterhalterung — geben anfangs geringe Mengen an Geruchsstoffen ab, die sich mit dem heißen Wasser verbinden. Das ist kein Zeichen für schlechte Qualität, sondern ein typischer Einlaufeffekt.
Die ersten 3–5 Kochvorgänge komplett verwerfen, ohne das Wasser zu trinken. Danach lässt sich mit ein paar einfachen Methoden nachhelfen.
Methode 1: Zitronensäure-Trick
Zitronensäure ist das wirksamste Hausmittel gegen Plastikgeruch und gleichzeitig ein sanfter Entkalker. So funktioniert es:
- Einen Esslöffel Zitronensäurepulver (oder den Saft einer halben Zitrone) in den befüllten Wasserkocher geben.
- Wasser aufkochen und dann 20–30 Minuten stehen lassen.
- Lösung ausgießen.
- Wasserkocher zweimal mit frischem Wasser spülen und aufkochen.
- Wenn der Geruch noch schwach vorhanden ist, den Vorgang wiederholen.
Zitronensäure ist unbedenklich, lebensmittelsicher und hinterlässt keine problematischen Rückstände.
Methode 2: Natron
Natron (Backpulver-Wirkstoff) ist basisch und neutralisiert säurehaltige Geruchsstoffe. Es wirkt anders als Zitronensäure und kann deshalb bei manchen Geruchsquellen besser helfen:
- Einen Teelöffel Natron in den voll befüllten Wasserkocher geben.
- Aufkochen, 10 Minuten stehen lassen.
- Ausgießen und zweimal mit reinem Wasser nachspülen und aufkochen.
Nicht zu viel Natron
Natron in zu großer Menge kann einen seifigen Nachgeschmack hinterlassen. Einen Teelöffel reicht — und danach gründlich mit reinem Wasser nachspülen.
Kochvorgänge wiederholen
Manche Geräte brauchen einfach etwas mehr Zeit. 5–10 Kochvorgänge mit frischem Wasser durchführen, das Ergebnis jeweils verwerfen. Mit der Zeit lässt der Geruch nach. Wichtig dabei: Den Kocher nach jedem Vorgang offen stehen lassen, damit er gut trocknen und belüften kann.
BPA-freie Kunststoffe — kein Grund zur Panik
Viele moderne Wasserkocher sind als "BPA-frei" gekennzeichnet. BPA (Bisphenol A) ist ein industrieller Kunststoffweichmacher, der gesundheitlich bedenklich ist. BPA-freie Produkte enthalten diesen Stoff nicht. Der Plastikgeruch bei neuen Geräten kommt von anderen, unbedenklichen Verbindungen im Kunststoff, die sich mit der Zeit verflüchtigen.
Wer ganz auf Plastikkontakt verzichten will, greift zu einem Wasserkocher mit Edelstahlinnenfläche — diese haben keinen Plastikgeruch-Einlaufeffekt.
Wann ist ein Umtausch berechtigt?
Nach einer Woche normalem Betrieb (täglich 3–5 Kochvorgänge) und den oben beschriebenen Behandlungen sollte der Geruch vollständig oder zumindest kaum mehr wahrnehmbar sein. Wenn der Plastikgeruch nach einer Woche noch genauso stark ist wie am ersten Tag oder sogar stärker wird, liegt wahrscheinlich ein Materialfehler vor.
In diesem Fall gilt die gesetzliche Gewährleistung: Bei einem Defekt innerhalb der ersten zwei Jahre hat man das Recht auf Reparatur, Austausch oder Preisminderung. Den Händler kontaktieren und das Gerät zurückbringen.
Zusammenfassung
- Erste 3–5 Kochvorgänge verwerfen — das ist normal.
- Zitronensäure: aufkochen, 20 Min stehen lassen, ausgießen, nachspülen.
- Alternativ: Natron (1 TL), aufkochen, gut nachspülen.
- 5–10 weitere Kochvorgänge mit reinem Wasser.
- Nach 1 Woche noch immer stark: Umtausch beim Händler.
- Für plastikfreien Betrieb: Edelstahl-Wasserkocher wählen.