Fenster geht schwer auf — reinigen, schmieren, einstellen
Fenster klemmt beim Öffnen oder lässt sich kaum bewegen? Schmutzige Beschläge und falsche Einstellung als Ursachen.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
Ein schwergängiges Fenster ist oft eine Frage der Wartung: Schmutz und eingetrocknetes Schmiermittel in den Beschlägen machen das Öffnen schwer. Regelmäßiges Reinigen und Schmieren mit Fensterpflegespray oder Silikonfett hält Fenster jahrzehntelang leichtgängig. Klemmt es trotzdem, hilft eine Einstellung der Beschläge.
Ursachen für schwergängige Fenster
Bevor du anfängst, lohnt es sich zu verstehen, warum das Fenster schwer geht — die Lösung ist dann gezielter.
- Verschmutzte Beschläge: Staub, Schmutz und altes Schmiermittel sammeln sich in den Schienen und Umlenkungen der Beschläge.
- Zu hoher Anpressdruck: Die Pilzköpfe (Schließbolzen) sind zu fest eingestellt — das Fenster schließt gut, aber zum Öffnen braucht man viel Kraft.
- Gequollenes Holz: Bei Holzfenstern quillt der Rahmen bei Feuchtigkeit auf — das Fenster klemmt im Rahmen.
- Klebende Dichtung: Bei Kälte kann die Gummidichtung am Rahmen festfrieren oder verkleben.
- Defekte Eckumlenkung: Die Eckumlenkung ist das Bauteil, das die Bewegung des Getriebes um die Ecke des Fensterrahmens weiterleitet. Wenn sie klemmt, blockiert das die gesamte Beschlagmechanik.
Beschläge reinigen
Das ist der erste und häufig ausreichende Schritt. Öffne das Fenster vollständig und reinige alle sichtbaren Metallteile am Flügelrahmen und am fixen Rahmen.
- Mit einer alten Zahnbürste oder einem schmalen Pinsel Schmutz aus den Schienen und Nuten bürsten.
- Feuchtes Tuch zum Abwischen. Bei hartnäckigem eingetrocknetem Schmiermittel: etwas WD-40 auftragen, kurz einwirken lassen, dann abwischen.
- Eckumlenkungen besonders gründlich reinigen — dort sammelt sich am meisten Schmutz.
- Nach der Reinigung trocknen lassen oder mit sauberem Tuch nachtrocknen.
Beschläge schmieren
Nach der Reinigung kommen die Beschläge wieder frisch geschmiert.
- Fensterpflegespray: Fertige Sprays (z.B. von Roto oder Siegenia) sind speziell für Fensterbeschläge formuliert. Einfach einsprühen, Fenster mehrfach öffnen und schließen, Überschuss abwischen.
- Silikonfett: Alternativ funktioniert Silikonfett aus dem Baumarkt sehr gut. Dünn auf alle beweglichen Teile auftragen.
- Kein WD-40 als Dauerschmierung: WD-40 trocknet aus und hinterlässt eine klebrige Schicht. Nur zur Reinigung geeignet.
Dichtungen nicht mit Öl einschmieren
Mineralöle und normale Fette greifen Gummidichtungen an und lassen sie schneller altern. Für die Dichtung selbst nur Glycerin oder spezielles Gummipflegemittel verwenden — das hält sie elastisch, ohne das Material zu schädigen.
Anpressdruck reduzieren
Wenn das Fenster nach dem Schmieren immer noch schwer aufgeht, ist vermutlich der Anpressdruck zu hoch. Die Pilzköpfe (die runden Bolzen am Flügelrahmen) lassen sich einstellen.
- Fenster öffnen und die Pilzköpfe am Flügelrahmen suchen.
- Mit Innensechskant (5 mm) oder Schraubenzieher (je nach Modell) den Pilzkopf gegen den Uhrzeigersinn drehen — das reduziert den Anpressdruck.
- In kleinen Schritten vorgehen (Viertelumdrehung) und zwischendurch testen.
- Papiertest machen (Blatt einklemmen, herausziehen): Das Fenster sollte noch dicht sein, aber leicht zu öffnen.
Holzfenster: gequollener Rahmen
Holzrahmen quellen bei Feuchtigkeit auf. Das ist saisonal und löst sich oft von selbst, wenn das Holz wieder trockener wird. Bis dahin:
- Fenster für eine Weile offen stehen lassen (lüften), damit der Rahmen trocknen kann.
- Wenn das Holz dauerhaft quillt: Anstrich prüfen — offene Stellen müssen neu gestrichen werden, damit keine Feuchtigkeit mehr eindringt.
- Im Extremfall kann ein Tischler die klemmende Stelle abschleifen oder abhobeln.
Dichtung klebt bei Kälte
Im Winter kann eine alte Gummidichtung bei Minusgraden am Rahmen festfrieren oder einfach so stark verkleben, dass das Fenster kaum aufgeht.
Sofortlösung: Nie mit roher Gewalt aufbrechen — das beschädigt die Dichtung. Stattdessen etwas warmes Wasser über die Dichtung gießen (bei Frost) oder einen Haartrockner kurz auf die Dichtung halten.
Dauerlösung: Dichtung im Herbst mit Glycerin einstreichen. Das verhindert das Festkleben bei Kälte und hält das Gummi elastisch.
Eckumlenkung prüfen
Die Eckumlenkung überträgt die Drehbewegung des Griffs über die Ecken des Rahmens zu den Beschlägen. Wenn sie klemmt, fühlt sich das Öffnen blockiert an — nicht gleichmäßig schwer, sondern an einem bestimmten Punkt wie eingerastet.
Eckumlenkungen lassen sich nach der Reinigung und Schmierung meist wieder lösen. Wenn die Umlenkung selbst verbogen oder gebrochen ist, muss sie getauscht werden — das ist ein Aufgabe für den Fensterbauer.
Fazit
Regelmäßige Wartung einmal pro Jahr (reinigen und schmieren) verhindert die meisten Probleme. Für klemmendes Fenster: erst reinigen, dann schmieren, dann Anpressdruck prüfen — in dieser Reihenfolge lässt sich das Problem in den meisten Fällen selbst beheben.