Kratzer im Laminat ausbessern — statt tauschen
Kratzer oder Druckstellen im Laminat? Mit Reparaturset, Wachsstift oder Spachtel kannst du vieles selbst beheben.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
Oberflächliche Kratzer im Laminat sind mit einem Wachsstift oder Reparaturset in wenigen Minuten kaschiert. Tiefe Kratzer lassen sich mit Holzkitt füllen. Druckstellen (Eindrücke) sind leider meist dauerhaft — dort kann man nur kaschieren, nicht wirklich reparieren. Wann man tauschen muss, erklärt dieser Artikel.
Schadensgrad zuerst beurteilen
Nicht jeder Schaden am Laminat ist gleich. Bevor du etwas kaufst, schaue dir den Schaden genau an:
- Oberflächenkratzer: Nur die Oberfläche (Dekorschicht) ist beschädigt. Beim Drüberstreichen mit dem Finger fühlt man kaum etwas. Diese Kratzer sind gut zu beheben.
- Tiefe Kratzer: Die Trägerplatte (meist HDF) ist sichtbar — helles Material scheint durch. Brauchen etwas mehr Aufwand.
- Aufgebrochene oder gesplitterte Kante: Laminat bricht scharfkantig auf. Kann mit Klebstoff und Kitt repariert werden.
- Druckstellen/Eindrücke: Das Laminat ist eingedrückt (z.B. von schweren Möbeln oder Absätzen). Laminat ist nicht rückformbar — diese Stellen lassen sich nur kaschieren.
Methode 1: Wachsstift (für oberflächliche Kratzer)
Wachsstifte für Laminat und Parkett sind im Baumarkt erhältlich — in vielen gängigen Holztönen. Oft als Set mit mehreren Farben, die man mischen kann.
- Kratzer reinigen und trocken wischen.
- Passende Farbe wählen oder durch Mischen annähern — etwas heller als das Laminat ist oft besser, da Wachs dunkler wirkt wenn es eingedrückt ist.
- Mit dem Wachsstift über den Kratzer fahren und Wachs eindrücken.
- Überschuss mit einem Tuch (kein Schleifpapier!) seitlich abwischen.
- Mit einem weichen Tuch nachpolieren.
Tipp: Wachsstifte für Möbel (z.B. von Brummer oder Pica) funktionieren oft genauso gut wie spezielle Laminat-Stifte.
Methode 2: Reparaturset mit Farbpaste
Für größere oder tiefere Kratzer gibt es Reparatursets mit einer wachsartigen Farbpaste und Spachteln. Der Vorteil: Die Farbe lässt sich besser mischen und in tiefere Stellen einarbeiten.
- Schaden reinigen, Staubpartikel entfernen.
- Farbpaste aus dem Set auf den Schaden auftragen — etwas mehr als nötig.
- Mit dem mitgelieferten Kunststoffspachtel glatt ziehen (bündig mit der Oberfläche).
- Trocknen lassen (je nach Produkt 10–30 Minuten).
- Überschuss mit dem Spachtel oder einem Tuch entfernen.
- Mit Möbelwachs versiegeln und polieren.
Methode 3: Holzkitt für tiefe Kratzer
Bei tiefen Kratzern, bei denen das Trägermaterial sichtbar ist, empfiehlt sich Holzkitt (auch Reparaturspachtel oder Bodenfüller).
- Kitt in der passenden Farbe kaufen (oder einfärbig kaufen und mit Abtönfarbe mischen).
- Kitt mit einem Spachtel in den Kratzer einarbeiten und dabei leicht überfüllen.
- Trocknen lassen (Zeit je nach Produkt, meistens 30–60 Minuten).
- Überschuss vorsichtig mit einer scharfen Klinge oder einem feinen Schleifpapier (320er Körnung) bündig schleifen — dabei nur den Kitt berühren, nicht das Laminat rundherum schädigen.
- Mit Möbelwachs oder Laminatversiegelung abschließend behandeln.
Laminat nicht nass schleifen
Laminat ist wasserempfindlich — das Trägermaterial quillt bei Feuchtigkeit auf. Nie nass schleifen und nach der Reparatur nicht mit feuchten Tüchern überarbeiten. Immer trocken arbeiten.
Druckstellen kaschieren
Eindrücke im Laminat sind leider nicht wirklich reparierbar — das Material ist dauerhaft verformt. Es gibt aber Möglichkeiten, sie optisch weniger auffällig zu machen:
- Möbelwachs: Einen dunklen Möbelwachs in die Druckstelle einarbeiten — das lässt Vertiefungen weniger auffallen.
- Teppich oder Möbel darüber stellen: Simpel, aber effektiv — die Stelle dauerhaft mit einem Teppich oder Möbelstück kaschieren.
- Reparaturpaste in der Farbe des Laminats: Füllt die Stelle teilweise, verbessert das Erscheinungsbild, löst aber das Problem nicht grundsätzlich.
Abschließend versiegeln: Möbelwachs
Nach jeder Reparatur empfiehlt es sich, die Stelle mit einem farblosen Möbelwachs oder einer Laminatpflege zu versiegeln. Das schützt die Reparaturstelle vor Feuchtigkeit und erneutem Abrieb und macht sie weniger sichtbar.
Wann muss man tauschen?
Laminat tauschen ist aufwendig und teuer — aber manchmal nötig:
- Wenn mehrere Dielen stark beschädigt oder aufgequollen sind.
- Wenn Wasser unter das Laminat eingedrungen ist und der Untergrund beschädigt ist.
- Wenn die Dielenverbindungen (Klick-Systeme) gebrochen sind und die Fugen klaffen.
- Wenn der Schaden so groß ist, dass er mit Reparaturmitteln nicht kaschierbar ist.
Einzelne Dielen können bei vielen Laminatböden getauscht werden, wenn noch Restmaterial vorhanden ist. Das ist bei Klick-Laminat von der Seite her möglich, ohne den ganzen Boden aufzunehmen.
Fazit
Wachsstift für schnelle Oberflächenkratzer, Reparaturset oder Holzkitt für tiefere Schäden. Druckstellen kann man nur kaschieren. Mit dem richtigen Werkzeug sehen Reparaturstellen erstaunlich unauffällig aus — und man spart sich den Aufwand eines kompletten Bodentauschs.