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Türscharnier ausgerissen — Holz reparieren ohne neue Tür

Scharnierschraube hält nicht mehr? Ausgerissenes Holz reparieren mit Zahnstocher-Trick oder Reparaturset.

Inhaltsverzeichnis
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Auf einen Blick

Wenn eine Scharnierschraube nicht mehr greift, weil das Holz ausgerissen ist, muss nicht die ganze Tür getauscht werden. Der klassische Zahnstocher-Trick funktioniert bei kleinen Schäden in wenigen Minuten. Für größere Ausrisse gibt es Holzdübel oder Reparaturspachtel als sauberere Alternativen.

Woran erkennst du, dass das Holz ausgerissen ist?

Die Scharnierschraube dreht sich einfach weiter, ohne Widerstand zu geben — sie "greift" nicht mehr. Oder die Schraube lässt sich zwar eindrehen, aber das Scharnier wackelt trotzdem, weil das Holz um die Schraube herum aufgebrochen ist.

Ursache: Zu häufiges Auf- und Zuschlagen der Tür, eine zu schwere Tür für das Scharnier, oder Schrauben wurden irgendwann zu fest angezogen und haben das Holzfaser um das Gewinde herum zerstört.

Methode 1: Der Zahnstocher-Trick (Klassiker)

Schnell, günstig, effektiv — funktioniert bei kleineren Ausrissen hervorragend.

  1. Schraube und Scharnier ausbauen. Tür dabei sichern (Keil unterlegen oder Helfer bitten).
  2. Holzleim (PVA-Leim, Weißleim) in das Schraubloch einträufeln.
  3. Einen oder mehrere Zahnstocher (je nach Lochdurchmesser) in das Loch stecken und leicht eindrücken.
  4. Überstehende Zahnstocher mit einem scharfen Messer bündig abschneiden oder abbrechen.
  5. Leim ca. 30–60 Minuten trocknen lassen.
  6. Scharnier wieder aufsetzen und Schraube eindrehen. Die Zahnstocher geben dem Gewinde wieder Halt.

Tipp: Zahnstocher aus Hartholz (Bambus) halten besser als solche aus Weichholz.

Methode 2: Holzdübel (sauberere Lösung)

Wenn das Loch größer oder unregelmäßig ist, ist ein Holzdübel die sauberere Lösung.

  1. Das ausgerissene Loch mit einem Holzbohrer auf einen sauberen Durchmesser aufbohren (z.B. 8 mm oder 10 mm).
  2. Einen passenden Holzdübel (gleicher Durchmesser) mit Holzleim einleimen.
  3. Dübel bündig absägen und Leim vollständig aushärten lassen (mind. 2 Stunden, besser über Nacht).
  4. Scharnierlage anzeichnen und Pilotloch für die Schraube neu bohren (Durchmesser etwas kleiner als die Schraube).
  5. Scharnier einschrauben.

Methode 3: Reparaturspachtel oder Holzkitt

Bei größeren oder unregelmäßigen Ausrissen kann Holzspachtel (Zwei-Komponenten-Holzkitt) verwendet werden.

  1. Loch reinigen und alte Holzreste entfernen.
  2. Holzkitt nach Anleitung anmischen (2-K-Kitt) oder fertigen Holzspachtel aus der Dose verwenden.
  3. Kitt in das Loch eindrücken und leicht überfüllen.
  4. Aushärtezeit abwarten (je nach Produkt 30–120 Minuten).
  5. Überschuss mit einem Stechbeitel oder Schleifpapier bündig schleifen.
  6. Pilotloch bohren und Scharnier einschrauben.
⚠️

Nicht in Holzkitt einschrauben ohne Pilotloch

Ausgehärteter Holzkitt ist zwar hart, aber spröder als Holz. Ohne Vorbohrung kann er beim Einschrauben reißen. Immer ein Pilotloch bohren, das etwa 70–80 % des Schraubendurchmessers hat.

Methode 4: Scharnier versetzen

Wenn das Holz stark beschädigt ist und keine Reparaturmethode Halt bietet, kann das Scharnier um ein paar Zentimeter versetzt werden — auf frisches, unversehrtes Holz.

Das bedeutet etwas mehr Arbeit (neue Scharniertasche fräsen oder meißeln, alte überblenden), ist aber die stabilste Lösung bei stark geschädigtem Holz.

Wann muss ein Fachmann ran?

Bei schweren Haustüren (Stahl, Aluminium, massive Holzfüllungstüren) oder Sicherheitstüren gelten andere Regeln. Hier sind die Scharniere auf deutlich höhere Lasten ausgelegt und müssen präzise sitzen. Bei diesen Türen sollte ein Schlosser oder Tischler die Reparatur übernehmen — falsch sitzende Scharniere können dazu führen, dass die Tür nicht mehr richtig schließt oder die Sicherheitsfunktion verloren geht.

Fazit

Der Zahnstocher-Trick ist die schnellste Lösung für alltägliche Zimmertüren und hält überraschend gut. Für sauberere Ergebnisse oder größere Schäden sind Holzdübel oder Reparaturspachtel die bessere Wahl. Schwere Haustüren sollte man einem Fachmann überlassen.