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Tür schleift am Boden — Ursachen & Scharnier einstellen

Tür schleift beim Öffnen auf dem Boden? Verstellte Scharniere oder Holzquellung als häufigste Ursachen.

Inhaltsverzeichnis
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Auf einen Blick

Eine schleifende Tür hat meistens eine von drei Ursachen: gelockerte Scharnierschrauben, aufgequollenes Holz durch Feuchtigkeit oder ein dicker gewordener Bodenbelag. Bei modernen 3D-Scharnieren lässt sich die Position der Tür werkzeuglos oder mit einem Innensechskant in alle Richtungen einstellen.

Ursache 1: Scharnier abgesunken — Schrauben locker

Die häufigste Ursache ist banal: Die Schrauben des Türscharniers haben sich im Laufe der Zeit gelockert. Dadurch sackt die Tür auf der Scharnierseite ein paar Millimeter ab — genug, damit sie am Boden schleift, besonders in der hinteren Ecke.

Prüfen: Hebe die Tür an der Griffseite leicht an. Wenn das Schleifen damit aufhört, sind die Scharniere das Problem.

Lösung: Alle Scharnierschrauben (nicht nur die betroffene) nachziehen. Falls die Schrauben durchdrehen, weil das Holz ausgerissen ist, lies den Artikel zum Thema ausgerissene Scharnierschrauben.

Schritt für Schritt: Scharnier justieren

Moderne Türscharniere — besonders bei Innentüren — bieten oft eine 3D-Verstellung, die ohne Ausbau der Tür funktioniert.

Tür höher oder tiefer stellen

  1. Tür leicht öffnen, damit sie entlastet ist.
  2. Am untersten Scharnier befindet sich eine Einstellschraube (meistens Innensechskant, 3 mm oder 4 mm).
  3. Schraube im Uhrzeigersinn drehen = Tür geht hoch. Gegen den Uhrzeigersinn = Tür geht runter.
  4. In kleinen Schritten vorgehen und zwischendurch prüfen.

Tür seitlich verschieben

  1. Scharnierschraube an der Seite des Scharniers (parallel zur Türfläche) etwas lösen.
  2. Tür nach links oder rechts schieben.
  3. Schraube wieder festziehen.

Tür in der Tiefe einstellen (Anpressdruck)

Eine dritte Einstellschraube regelt, wie weit die Tür in den Rahmen gedrückt wird. Das beeinflusst den Anpressdruck der Dichtung und ob die Tür auf einer Seite schleift.

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Einfache Scharniere ohne Verstellung

Bei älteren Türen mit einfachen Scharnieren ohne Einstellmöglichkeit muss das Scharnier mit Unterlegscheiben unterfüttert oder die Scharniertasche im Rahmen nachgearbeitet werden. Das ist aufwendiger — hier lohnt oft ein Tischler.

Ursache 2: Holztür aufgequollen

Holztüren reagieren auf Feuchtigkeit — besonders im Sommer oder in feuchten Räumen wie Badezimmer. Das Holz quillt auf und die Tür wird ringsum breiter und höher.

Erkennungszeichen: Das Schleifen tritt saisonal auf (nur im Sommer, nach dem Duschen oder nach einer Renovierung mit frischer Farbe).

Lösung: Tür ausbauen und an der schleifenden Stelle mit einem Hobel oder Schleifpapier (80er Körnung) Material abnehmen. Danach die Schnittkante mit Farbe oder Lack versiegeln, damit keine Feuchtigkeit mehr eindringt.

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Nicht zu viel abnehmen

Holz kann auch wieder schrumpfen, wenn es trockener wird. Lieber wenig abnehmen und abwarten, ob sich das Problem von selbst löst. Im Winter ist das Holz meist schmaler als im Sommer.

Ursache 3: Bodenbelag dicker geworden

Wurde neuer Parkett, Laminat oder Teppich verlegt? Dann ist der Boden um einige Millimeter höher als zuvor — und die Tür, die vorher perfekt passte, schleift nun.

Lösung 1: Scharnier nach oben einstellen (wenn 3D-Scharnier vorhanden).

Lösung 2: Tür ausbauen und die Unterkante mit einer Säge oder einem Multifunktionswerkzeug kürzen. Danach die Schnittkante lackieren oder ölen.

3D-Scharniere vs. einfache Scharniere

  • 3D-Scharniere: Erkennbar an Einstellschrauben und einer zweiteiligen Bauweise. Verstellung in alle drei Richtungen möglich, meist ohne Tür auszuhängen. Standard bei neueren Innentüren.
  • Einfache Rollenscharniere: Einteilige Bauweise, keine Verstellmöglichkeit. Bei älteren Türen und günstigeren Konstruktionen. Justierung nur durch Unterlegen oder Auffeilen möglich.
  • Bandscharnier (Zimmermannsband): Langes schmales Scharnier, oft bei Holzrahmentüren. Verstellung durch Neupositionierung oder Unterlegscheiben.

Fazit

Bei modernen Türen mit 3D-Scharnieren ist das Justieren eine Sache von wenigen Minuten. Bei älteren Türen oder gequollenem Holz braucht es etwas mehr Aufwand — aber auch das ist gut selbst zu erledigen, solange man bedächtig vorgeht und nicht zu viel auf einmal abnimmt.