Türgriff wackelt — schnell festziehen & dauerhaft sichern
Loser Türgriff? In 5 Minuten selbst befestigen — mit oder ohne sichtbare Schrauben.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
Ein wackelnder Türgriff hat meist gelockerte Schrauben als Ursache — die Frage ist nur, wo diese Schrauben versteckt sind. Bei modernen Griffen sitzen sie oft unter einer drehbaren Rosette oder hinter einer kleinen Madenschraube an der Seite. Mit einem Innensechskant-Schlüssel und etwas Schraubensicherungsmittel hält er wieder dauerhaft.
Griff-Typen erkennen
Bevor du losschraubst, schau dir den Griff genau an. Es gibt drei gängige Befestigungsvarianten:
- Sichtbare Schrauben: Zwei Schrauben direkt auf der Rosette (der runden Abdeckplatte) sichtbar. Einfachste Variante, am häufigsten in älteren Wohnungen.
- Verdeckte Madenschraube: Keine sichtbaren Schrauben auf der Rosette. Stattdessen eine kleine Schraube seitlich oder unterhalb des Griffhalses. Braucht einen Innensechskant (Inbus-Schlüssel).
- Rosette zum Abdrehen: Die Rosette selbst lässt sich abdrehen oder abziehen. Darunter befinden sich die Befestigungsschrauben.
Variante 1: Sichtbare Schrauben
Das ist der einfachste Fall. Du brauchst nur einen Schraubenzieher.
- Griff leicht anziehen (damit er nicht dreht), Schrauben festziehen.
- Wenn die Schrauben durchdrehen (Holz ausgerissen): Schrauben herausdrehen, ein Stück Zahnstocher mit Holzleim ins Loch stecken, trocknen lassen, dann neu eindrehen.
- Für dauerhafte Sicherung: Gewindesicherungsmittel (z.B. Loctite 243, mittelfest) auf das Gewinde auftragen, bevor du einschraubst. Ist wieder lösbar, aber vibriert nicht mehr locker.
Variante 2: Madenschraube (versteckte Schraube)
Drehe den Griff um und schaue an der Unterseite des Griffhalses nach — dort sitzt oft eine kleine Madenschraube (1,5 mm bis 3 mm Innensechskant).
- Passenden Innensechskant-Schlüssel (Inbusschlüssel) suchen. Das Set sollte Größen von 1,5 bis 5 mm enthalten.
- Griff in die gewünschte Position drehen.
- Madenschraube festziehen — nicht übertreiben, da die Schraube auf den Vierkant-Dorn drückt.
Madenschraube zu fest = Dorn beschädigt
Wenn die Madenschraube zu fest angezogen wird, drückt sie eine Delle in den Vierkant-Dorn. Das macht den Griff zwar sicher, aber schwer oder gar nicht mehr abziehbar. Handfest reicht — kein Werkzeug mit Hebelarm verwenden.
Variante 3: Rosette abdrehen oder abziehen
Viele moderne Griffgarnituren haben eine zweiteilige Rosette: Der äußere Ring lässt sich abdrehen und gibt die darunter liegenden Schrauben frei.
- Rosette gegen den Uhrzeigersinn drehen (bei manchen Modellen auch im Uhrzeigersinn). Wenn sie sich nicht drehen lässt, suche nach einer kleinen Kerbe an der Seite.
- Bei Rosetten mit Kerbe: Eine Münze oder einen flachen Schraubenzieher in die Kerbe stecken und die Rosette abziehen.
- Darunter erscheinen die Befestigungsschrauben — festziehen.
- Rosette wieder aufsetzen und eindrehen oder einrasten.
Schrauben dauerhaft sichern
Wenn der Griff regelmäßig locker wird, liegt das an Vibrationen durch das Auf- und Zumachen der Tür. Eine dauerhafte Sicherung hilft:
- Gewindesicherungsmittel (Loctite 243): Einen Tropfen auf das Schraubengewinde geben. Mittelfeste Variante ist wieder lösbar, wenn nötig.
- Zahnscheibe unter den Schraubenkopf legen: Verhindert, dass die Schraube sich durch Vibration löst.
- Selbstsichernde Mutter: Bei Schrauben, die durch die Tür gehen und auf der anderen Seite eine Mutter haben.
Griff dreht sich frei (Dorn gebrochen)
Wenn der Griff wackelt, sich aber auch frei dreht ohne das Schloss zu betätigen, ist vermutlich der Vierkant-Dorn (der quadratische Stift, der durch die Tür geht) gebrochen. In diesem Fall muss die gesamte Griffgarnitur ersetzt werden.
Maße notieren: Dornlänge und Vierkantmaß (Standard: 8 mm × 8 mm) aufschreiben und im Baumarkt passendes Ersatzteil kaufen.
Fazit
Ein wackelnder Türgriff klingt komplizierter als er ist. Meist reicht ein Inbusschlüssel und eine Minute Suche nach der Madenschraube. Mit einem Tropfen Gewindesicherungsmittel bleibt der Griff dann dauerhaft fest.