HolzAufgequollenWasserschadenReparatur

Holz aufgequollen — retten oder tauschen?

Aufgequollenes Holz durch Wasser oder Feuchtigkeit — wann ist Retten noch möglich? Langsam trocknen, schleifen, ölen und wann ein Austausch unvermeidlich ist.

Inhaltsverzeichnis
💡

Auf einen Blick

Aufgequollenes Holz kann oft gerettet werden, wenn es langsam und gleichmäßig trocknet. Zu schnelles Trocknen (Heißluftfön, Heizung direkt daneben) verursacht Risse. Nach dem Trocknen schleifen, ölen oder wachsen.

Warum quillt Holz auf?

Holz ist ein hygroskopisches Material — es nimmt Wasser aus der Umgebung auf und gibt es auch wieder ab. Wenn Holz nass wird, quellen die Holzfasern auf. Das betrifft vor allem unbehandeltes oder schlecht versiegeltes Holz sowie Pressspan und MDF (Möbelplatten), die besonders empfindlich auf Feuchtigkeit reagieren.

Je nach Material und Ausmaß der Befeuchtung gibt es unterschiedliche Chancen auf Rettung:

  • Massivholz: Sehr gute Rettungschancen, wenn Schaden frisch ist
  • Furnierholz: Mittlere Chancen — Furnier kann sich lösen
  • MDF / Pressspan: Schlechte Chancen — Material quillt dauerhaft auf und verliert seine Festigkeit

Schritt 1: Langsam trocknen

Das ist der wichtigste Schritt. Zu schnelles Trocknen zieht die Außenseite zusammen, während das Innere noch feucht ist — das führt zu Rissen und Verzug.

  • Das betroffene Teil in einen gut belüfteten, aber nicht zugigen Raum bringen.
  • Keinen Fön, keine Wärmelampe, keine direkte Heizung.
  • Raumtemperatur (18–22 °C) reicht vollkommen.
  • Trocknungszeit je nach Dicke: dünne Platten 1–3 Tage, dicke Holzteile 1–2 Wochen.

Wenn möglich: das Holz unter leichtem Gewicht (Bücher, Platten) trocknen lassen, damit es sich nicht verzieht.

Schritt 2: Schleifen

Nach dem vollständigen Trocknen ist die Oberfläche oft rau und uneben. Schleifen bringt sie zurück in Form:

  1. Mit 80er oder 100er Schleifpapier anfangen (grob, um Erhebungen abzutragen).
  2. Mit 150er oder 180er weitermachen (mittel).
  3. Abschließend 220er Schleifpapier für eine glatte Oberfläche.
  4. Schleifstaub mit einem feuchten Tuch abwischen und trocknen lassen.

Schritt 3: Ölen oder Wachsen

Nach dem Schleifen die Oberfläche behandeln, um sie vor erneuter Feuchtigkeit zu schützen:

  • Öl: Dringt tief ins Holz ein, schützt von innen. Ideal für Küchenarbeitsplatten und stark beanspruchte Flächen. Leinöl, Tung-Öl oder Spezialhartöl aus dem Baumarkt.
  • Wachs: Bildet eine Schutzschicht an der Oberfläche. Leichter aufzutragen, weniger langlebig als Öl.
  • Lack: Versiegelt vollständig, optimal für Badezimmer und feuchte Bereiche.

Wann ist Holz nicht mehr zu retten?

Bei MDF und Pressspan, das sehr stark aufgequollen ist (mehr als 30–50 % Volumen-Zunahme), löst sich das Bindemittel auf und das Material verliert seine Stabilität. Solche Stücke sind nicht mehr reparierbar. Auch wenn Schimmel eingedrungen ist (schwarze oder grüne Verfärbungen im Holzinneren), muss das Material ausgetauscht werden.

Fazit

Massivholz langsam trocknen, schleifen und neu behandeln — das rettet in den meisten Fällen auch stark befeuchtetes Holz. MDF und Pressspan mit starkem Wasserschaden sind meist nicht mehr zu retten.