Schimmel hinter Möbeln — Ursache & Abstand-Regel
Schimmel hinter dem Schrank oder Sofa an der Außenwand? Wärmebrücke, zu wenig Wandabstand und mangelndes Lüften sind die Hauptursachen — so behebst du das Problem dauerhaft.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
Schimmel hinter Möbeln entsteht, wenn feuchte Luft an der kalten Außenwand kondensiert. Die wichtigsten Maßnahmen: 5–10 cm Wandabstand einhalten, regelmäßig Stoßlüften und die Wand auf Wärmebrücken prüfen.
Warum entsteht Schimmel genau hinter Möbeln?
Außenwände sind im Winter kälter als die Raumluft. An dieser kalten Oberfläche kondensiert die feuchte Raumluft. Steht ein Möbelstück direkt an der Wand, kann keine Luft zirkulieren — die Feuchtigkeit staut sich und Schimmelpilze finden optimale Bedingungen.
Wärmebrücken (Stellen mit besonders schwacher Dämmung, z.B. Zimmerecken, Betonelemente, Sturze über Fenstern) sind besonders anfällig. Dort ist die Wandtemperatur am niedrigsten.
Die Abstand-Regel: 5–10 cm
Die wichtigste Sofortmaßnahme: Möbel von Außenwänden mindestens 5–10 cm abrücken. Dieser Abstand ermöglicht Luftzirkulation hinter dem Möbel — die Wand trocknet ab und kühlt nicht so stark ab.
Besonders kritisch sind Einbauschränke und massive Möbel, die keine Luftbewegung zulassen. Hier helfen auch keine kleinen Lüftungsspalte oben und unten — der Abstand muss ausreichend sein.
Vorhandenen Schimmel beseitigen
- Möbel vollständig von der Wand abrücken — Schimmelsporen können sich beim Bewegen verbreiten, also Atemschutz tragen (Staubmaske).
- Schimmel auf der Wand behandeln — Mit Wasserstoffperoxid 3 % oder Schimmelentferner (gemäß Anleitung). Nicht mit Chlor auf Tapeten — das bleicht aus und ist gesundheitsschädlich.
- Schimmel auf dem Möbel prüfen — Schimmel auf der Rückwand von Möbeln mit Alkohol (Isopropyl, 70 %) abwischen. Tiefere Schimmelinfektionen im Holz lassen sich nicht vollständig beseitigen.
- Gut lüften — Raum nach der Behandlung gründlich durchlüften.
- Möbel mit Abstand zur Wand wieder aufstellen.
Lüften: Stoßlüften statt Dauerspaltlüften
Dauerspaltlüften (Fenster dauerhaft auf Kipp) führt zu kalter Zugluft auf Fensterhöhe, kühlt die Wand lokal stärker ab und hilft gegen Schimmel kaum. Besser: 3–4 Mal täglich 5 Minuten komplett öffnen (Stoßlüften) — das tauscht die feuchte Innenluft effizient aus.
Wann ist Sanierung nötig?
Wenn der Schimmel auf einer Fläche von mehr als 0,5 m² (ca. DIN-A2-Größe) vorkommt, oder wenn er immer wieder zurückkommt trotz Maßnahmen, muss die Ursache baulich behoben werden (bessere Dämmung, Abdichtung). Das ist ein Fall für einen Bausachverständigen oder Sanierungsbetrieb. In Mietwohnungen ist der Vermieter in der Pflicht, wenn die Ursache baulicher Natur ist.
Fazit
Möbel 5–10 cm von der Außenwand abrücken, regelmäßig Stoßlüften, Schimmel sofort behandeln. Wenn Schimmel trotzdem immer wiederkehrt, liegt eine bauliche Ursache vor.