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Waschmaschine schleudert nicht — Ursachen & Lösungen

Die Wäsche kommt klatschnass aus der Maschine? Diese Ursachen stecken hinter schwachem oder ausbleibendem Schleudern — und so behebst du das Problem selbst.

Inhaltsverzeichnis
Illustration: Waschmaschine schleudert nicht — Schleudersymbol mit rotem Minus-Zeichen
Kein Schleudern? Meistens steckt Unwucht oder eine falsche Einstellung dahinter.
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Auf einen Blick

In den meisten Fällen liegt es an Unwucht durch ungleich verteilte Wäsche oder an einer zu niedrig eingestellten Schleuderdrehzahl — beides kannst du sofort selbst prüfen und beheben.

Symptome — woran erkennst du das Problem?

Nach dem Waschgang ist die Wäsche ungewöhnlich schwer und tropfnass — obwohl das Programm durchgelaufen ist. Manchmal bricht die Maschine das Schleuderprogramm vorzeitig ab, manchmal läuft sie gar nicht erst in die Schleuderphase. Gelegentlich hörst du ein starkes Rütteln oder Poltern, das abrupt aufhört.

Mögliche Ursachen — von einfach bis komplex

Gehe diese Punkte der Reihe nach durch — die ersten sind die häufigsten:

1. Wäsche ungleich verteilt (Unwucht)

Das ist mit Abstand die häufigste Ursache. Wenn sich große Teile wie Bettwäsche, Handtücher oder Jeans auf einer Seite der Trommel klumpen, erkennt die Maschine eine Unwucht und reduziert die Schleuderdrehzahl automatisch — oder bricht den Vorgang ab, um Schäden zu vermeiden.

Lösung: Öffne die Tür, verteile die Wäsche gleichmäßig in der Trommel und starte das Schleuderprogramm erneut. Einzelne schwere Teile (z.B. ein Bademantel) am besten zusammen mit kleinen Stücken waschen.

2. Schleuderdrehzahl zu niedrig eingestellt oder deaktiviert

Viele Waschmaschinen erlauben es, die Schleuderdrehzahl manuell zu reduzieren oder ganz auszuschalten (z.B. für empfindliche Wäsche). Prüfe die Einstellung am Programmwähler oder am Display — oft ist die Option versehentlich aktiviert.

Manche Programme wie Wolle oder Feinwäsche schleudern grundsätzlich nur schwach oder gar nicht. Das ist kein Fehler, sondern gewollt.

3. Zu viel Waschmittel — Schaumüberschuss

Zu viel Waschmittel erzeugt übermäßig viel Schaum. Moderne Maschinen haben Sensoren, die Schaum erkennen und das Schleudern daraufhin drosseln oder unterbrechen. Du erkennst das Problem, wenn die Maschine mehrere Spülgänge einlegt und trotzdem nicht richtig schleudert.

Lösung: Dosierung reduzieren. Bei Schaumresten: einen leeren Spülgang starten, dann erneut schleudern.

4. Schleudersperre aktiv (Kindersicherung / Transportsperre)

Manche Modelle haben eine Kindersicherung, die alle Funktionen sperrt — oder eine Transportsperre, die das Schleudern deaktiviert. Schau in der Bedienungsanleitung nach, wie du die Sperre deaktivierst (meist durch gleichzeitiges Halten von zwei Tasten für 3–5 Sekunden).

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Transportschrauben prüfen

Bei einer neu aufgestellten Maschine: Wurden die roten Transportschrauben an der Rückseite entfernt? Diese sichern die Trommel beim Transport und müssen vor der ersten Nutzung unbedingt herausgeschraubt werden. Mit eingesetzten Schrauben schleudert die Maschine nicht oder beschädigt sich dabei.

5. Defekte Kohlebürsten oder Motorprobleme

Bei älteren Maschinen (ab ca. 8–10 Jahren) können die Kohlebürsten des Antriebsmotors verschlissen sein. Die Maschine kann dann zwar noch waschen, bringt aber beim Schleudern nicht mehr genug Kraft für hohe Drehzahlen auf. Du hörst oft ein ungewöhnliches Brummen oder Ruckeln.

Der Austausch der Kohlebürsten ist für geübte Heimwerker möglich, erfordert aber den Zugang zum Motor.

Schritt-für-Schritt: Unwucht beheben

  1. Waschgang beenden lassen — falls die Maschine noch läuft.
  2. Tür öffnen — Wäsche gleichmäßig in der Trommel verteilen.
  3. Schleuderprogramm separat starten — die meisten Maschinen haben ein eigenständiges Schleuderprogramm.
  4. Drehzahl prüfen — am Programmwähler sicherstellen, dass die gewünschte Drehzahl eingestellt ist (z.B. 1000–1400 U/min).
  5. Beobachten — schleudert die Maschine jetzt? Wenn ja, war es Unwucht.

Wann zum Techniker?

Wenn Unwucht, Einstellungen und Schaumüberschuss ausgeschlossen sind und die Maschine weiterhin nicht richtig schleudert, liegt das Problem vermutlich am Motor, an den Kohlebürsten, an einem defekten Lager oder an der Steuerplatine. Ein Techniker kann mit einem Fehlerspeicher-Auslesen (bei neueren Modellen) schnell eingrenzen, woher das Problem kommt.

Bei Maschinen über 10 Jahre alt: Kostenvoranschlag einholen und mit dem Neupreis vergleichen.

Fazit

Bevor du den Techniker rufst, prüfe zuerst die Wäscheverteilung, die eingestellte Drehzahl und die Waschmittelmenge — diese drei Punkte lösen die meisten Schleuderproblem sofort. Erst wenn alle Selbstdiagnosen scheitern, lohnt ein Technikertermin.