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Perlator sitzt fest — abschrauben ohne Kratzer

Perlator lässt sich nicht abschrauben? Kalk verklebt ihn. So löst du ihn ohne den Wasserhahn zu beschädigen.

Inhaltsverzeichnis
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Auf einen Blick

Ein festsitzender Perlator ist fast immer durch Kalk verklebt. Bevor du mit Werkzeug und Kraft vorgehst, hilft oft schon etwas Zitronensäure, die den Kalk löst. So löst du ihn ohne Kratzer am Wasserhahn.

Warum sitzt der Perlator fest?

In kalkhaltigen Regionen (und das betrifft viele Teile Österreichs) setzt sich Kalk zwischen dem Gewinde des Perlators und dem Gewinde des Wasserhahns ab. Mit der Zeit "backen" die Teile förmlich zusammen — je länger der Perlator nicht gereinigt wurde, desto fester sitzt er. Reine Kraft löst das Problem oft nicht ohne Beschädigung.

Methode 1: Zitronensäure-Tuch einwirken lassen

Das ist die schonendste und in den meisten Fällen erfolgreichste Methode:

  1. Mische 1 TL Zitronensäurepulver mit 100 ml warmem Wasser
  2. Tränke ein Küchentuch oder Papiertuch mit der Lösung
  3. Wickle das Tuch fest um den Perlator und fixiere es mit einem Gummiband oder Haargummi
  4. Lasse es 30–60 Minuten einwirken — bei starker Verkalkung auch gerne über Nacht
  5. Versuche danach, den Perlator von Hand zu drehen — oft geht er nun auf

Alternativ funktioniert auch normaler Haushaltsessig, der Geruch ist aber intensiver.

Methode 2: Perlator-Schlüssel verwenden

Für festsitzende Perlator gibt es speziell geformte Kunststoff-Schlüssel, die genau in die Perlator-Öffnungen passen. Diese "Cache-Schlüssel" oder "Perlator-Schlüssel" werden beim Kauf mancher Armaturen mitgeliefert — schau im Karton der Armatur nach. Im Baumarkt und online gibt es sie auch als Set für verschiedene Größen (oft für 5–10 Euro).

Mit einem solchen Schlüssel kannst du gezielt Drehmoment aufbringen, ohne das Gewinde zu verformen.

Methode 3: Zange mit Tuchschutz

Wenn kein Perlator-Schlüssel vorhanden ist, kann eine normale Zange helfen — aber nur mit Schutz:

  1. Wickle ein dickes Tuch oder mehrere Lagen Küchenrolle um den Perlator
  2. Fasse mit der Zange über das Tuch — so verhinderst du Kratzer am verchromten Metall
  3. Drehe vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn (von unten betrachtet: nach links)
  4. Nie zu viel Kraft auf einmal — lieber mehrfach kurz ansetzen
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Vorsicht beim Krafteinsatz

Mit zu viel Kraft kannst du das Außengewinde des Wasserhahns beschädigen. Wenn die Armatur aus einfachem Zinkdruckguss besteht (günstige Modelle), bricht das Gewinde schnell. Lieber mehrfach Säure einwirken lassen als einmal zu stark drehen.

Innenperlator: der verborgene Typ

Manche modernen Armaturen haben einen Innenperlator, der im Ausfluss versenkt sitzt und von außen kaum sichtbar ist. Für diesen Typ gibt es spezielle Schlüssel (oft im Lieferumfang der Armatur), die in die kleinen Schlitze im Inneren des Ausflusses greifen. Ohne diesen Schlüssel kommst du kaum heran.

Falls du keinen passenden Schlüssel findest und der Innenperlator nicht losgeht, empfiehlt sich ein Blick in die Herstellerdokumentation der Armatur — oder ein Anruf beim Klempner.

Wenn gar nichts hilft: Klempner

Wenn der Perlator trotz aller Versuche nicht loszukriegen ist und der Wasserhahn offensichtlich spritzt, ist ein Klempner die richtige Wahl. In manchen Fällen ist es sinnvoller, gleich die gesamte Armatur zu tauschen — Armaturen halten 15–25 Jahre, und ein festbackender Perlator ist oft ein Zeichen, dass die Armatur insgesamt wartungsbedürftig ist.