Wasserdruck zu niedrig — das kannst du prüfen
Schwacher Wasserstrahl aus dem Hahn? Kalkablagerungen im Sieb, ein falsch eingestellter Druckminderer oder ein nicht ganz geöffnetes Hauptventil sind oft schuld.
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
Niedrigen Wasserdruck verursachen häufig verkalkte Siebe in der Armatur, ein falsch eingestellter Druckminderer oder ein nicht vollständig geöffnetes Absperrventil. Erst wenn alle Hähne betroffen sind, liegt das Problem außerhalb der Wohnung.
Erst feststellen: ein Hahn oder alle?
Der erste Schritt ist zu klären, ob nur ein einziger Wasserhahn betroffen ist oder alle Zapfstellen in der Wohnung. Das bestimmt, wo du die Ursache suchen musst.
Nur ein Hahn: Das Problem sitzt in der Armatur selbst — verkattes Sieb, verkalkte Kartusche oder geschlossenes Absperrventil direkt unter dem Waschbecken.
Alle Hähne: Das Problem liegt am Hauptwasserventil, am Druckminderer oder beim Versorger.
Problem 1: Verkalktes Sieb in der Armatur
Das Perlator-Sieb (der kleine Schraubaufsatz am Ende des Wasserhahns) verkalkt mit der Zeit und reduziert den Durchfluss erheblich. Das ist mit Abstand die häufigste Ursache bei einem einzelnen Hahn.
- Perlator abschrauben — meist mit der Hand oder einem Tuch als Griffhilfe. Er sitzt ganz vorne an der Hahnmündung.
- Sieb herausnehmen — Es besteht aus mehreren Scheiben, die übereinander gestapelt sind.
- In Essigwasser einlegen — 1:1 Wasser und Haushaltsessig, 30–60 Minuten einwirken lassen.
- Mit einer alten Zahnbürste abbürsten — Die Kalkrückstände lösen sich leicht.
- Wieder einschrauben und Druck testen.
Problem 2: Absperrventil nicht vollständig geöffnet
Unter jedem Waschbecken, hinter der Toilette und unter der Badewanne gibt es Absperrventile. Wenn jemand bei einer Reparatur das Ventil nicht vollständig wieder aufgedreht hat, ist der Druck reduziert.
Lösung: Ventil im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag schließen, dann wieder vollständig aufdrehen (gegen den Uhrzeigersinn). Manche Ventile (Kugelventil) müssen genau parallel zum Rohr stehen — das ist die "offen"-Position.
Problem 3: Druckminderer falsch eingestellt
Viele österreichische Haushalte haben einen Druckminderer (oft am Hauptwassereintritt in die Wohnung oder im Keller). Er begrenzt den Eingangsdruck des Versorgungsnetzes auf einen Wert zwischen 2 und 4 bar — das schützt die Leitungen.
Wenn der Druckminderer zu niedrig eingestellt ist oder durch Kalk defekt wird, sinkt der Druck in der ganzen Wohnung. Erkennbar: ein kleines, pilzförmiges Gerät auf dem Hauptrohr mit einer Stellschraube. Den idealen Wert (3–4 bar) kannst du mit einem Wasserdruckmessgerät aus dem Baumarkt prüfen. Die Einstellung übernimmt ein Installateur.
Problem 4: Kalk in der Kartusche oder im Thermostat
Bei Einhebelmischern und Thermostatarmaturen kann sich Kalk in der Kartusche ablagern und den Durchfluss einschränken. Bei älteren Armaturen lohnt ein Kartuschen-Austausch — Ersatzteile sind für die meisten Marken im Baumarkt erhältlich.
Wann zum Fachmann?
Wenn alle Hähne gleichmäßig wenig Druck haben und Hauptventil sowie Druckminderer in Ordnung sind, kann das Problem beim Versorgungsunternehmen oder in alten, verrosteten Hausleitungen liegen. Ein Installateur kann die Leitungen prüfen und gegebenenfalls spülen lassen.
Fazit
Verkalktes Perlator-Sieb ist die Nummer-1-Ursache bei einem einzelnen Hahn — reinigen dauert 5 Minuten. Erst wenn alle Zapfstellen betroffen sind, Ventil und Druckminderer prüfen.