Infrarotheizung: sinnvoll oder teuer?
Infrarotheizungen werden als effizient und gesund vermarktet. Was stimmt davon, wo sie wirklich sinnvoll sind — und wo nicht.
Inhaltsverzeichnis
Infrarotheizungen werden oft als Alternative zur klassischen Heizung beworben. Für den Einsatz auf dem Balkon: Elektrische Balkonheizung. Allgemeine Tipps zum Energie sparen: Heizkosten senken. Den Stromverbrauch von Geräten einschätzen: Stromfresser finden.
Wie funktioniert eine Infrarotheizung?
Infrarotheizungen erwärmen nicht die Luft, sondern Gegenstände und Menschen direkt durch Wärmestrahlung (wie Sonnenwärme). Das fühlt sich angenehmer an als Konvektionswärme und erzeugt keine Staubverwirbelung.
Wann macht eine Infrarotheizung Sinn?
- Zusatzheizung für einzelne Räume: Badezimmer, Arbeitszimmer, Büro — wenn nur kurz und gezielt Wärme gebraucht wird.
- Gut gedämmte Gebäude: Bei Niedrigstenergiegebäuden oder Passivhäusern mit wenig Heizlast.
- Kombination mit PV-Anlage: Wenn eigener Solarstrom günstig verfügbar ist, wird der hohe Stromverbrauch relativiert.
- Gelegentlich genutzte Räume: Heizt sehr schnell auf — ideal für Hobbyraum, Werkstatt oder Ferienhaus.
Wo Infrarotheizungen nicht sinnvoll sind
- Als alleiniges Heizsystem in schlecht gedämmten Altbauten: Der Stromverbrauch wird enorm — Infrarot heizt nicht die Wände vor, die Wärme geht schnell verloren.
- Dauerbetrieb bei hohen Strompreisen: Infrarot wandelt 1:1 Strom in Wärme um. Wärmepumpen erreichen das 3–5-fache an Wärme pro Kilowattstunde.
Kosten im Vergleich
- Infrarotheizung: 1 kWh Strom → 1 kWh Wärme.
- Wärmepumpe: 1 kWh Strom → 3–5 kWh Wärme (COP 3–5).
- Bei 30 Cent/kWh Strom kostet 1 kWh Wärme via Infrarot 30 Cent. Via Wärmepumpe ca. 6–10 Cent.
Fazit
Als Zusatz- oder Gelegenheitsheizung in gut gedämmten Räumen sinnvoll. Als alleiniges Heizsystem in schlecht gedämmten Gebäuden zu teuer.